Kategorie: life

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LIFE: von Verzweiflung und Glück… [Teil 5]

Meine Lieben… nun habt ihr mich und meine Geschichte bereits vier Teile lang begleitet.. Vielen Dank dafür! Ich bin sprachlos, wie gut meine Geschichte bei euch ankam! Ich habe mich über jede einzelne Mail, und jeden einzelnen Kommentar von euch gefreut! Nun nimmt die Geschichte aber langsam ein Ende und somit möchte ich mit euch heute den 5. und letzten Teil meiner “ von Verzweiflung und Glück“-Reihe teilen. Ich bin so gespannt auf euer Feedback und eure Kommentare <3

C. der Sohn von Tante B. hatte mir also geschrieben und ich war einfach nur total erstaunt darüber und konnte gar nicht glauben, dass ich nach einer gefühlten Ewigkeit endlich jemanden gefunden habe, der mit mir verwandt ist und der mir bei meiner weiteren Suche weiterhelfen kann. Ich erzählte ihm, dass ich nach meiner Oma suche und ich meinem Vater damit einen Gefallen tun möchte, da damals der Kontakt abgebrochen ist. Ich erzählte, dass ich bereits einen Brief geschrieben habe, der auch ankam aber ich nie eine Antwort erhielt. Ich erzählte, dass ich so unglaublich aufgeregt bin, ich nicht glauben kann, was gerade passiert und ich entschuldigte mich für mein nicht perfektes Englisch.

Als könnte er meine Gedanken lesen, schrieb er mir, dass er gerade seine Mutter – Tante B. – angerufen hat und ihr davon erzählt hat. Sie wäre wohl genauso erstaunt darüber, dass sie in Deutschland verwandte hat und ich auf der Suche nach ihr und ihrer Mutter war. C. und ich schrieben noch eine ganze Weile bis ich dann plötzlich von Tante B. eine Freundschaftsanfrage auf Facebook bekam und im selben Moment noch eine Mail hinterher. Ich staunte nicht schlecht und sah womöglich aus, wie ein Kind dem gerade gesagt wurde, dass es nach Disneyland darf. Ich versuchte relativ ruhig zubleiben, aber ich hatte so unglaublich viele Fragen, dass ich gar nicht wusste, welche ich zuerst stellen sollte.

Tante B. und ich schrieben eine ganze Weile – wir fragten uns gegenseitig jede erdenkliche Frage und lernten uns näher kennen. Die e-Mail Adresse meines Vaters habe ich ihr weitergegeben und natürlich schreiben auch sie sich regelmäßig. Es ist toll, jemanden zu finden, der einen mit offenen Armen empfängt. Es ist toll zu wissen, dass es da draußen noch mehr von uns gibt – noch mehr Familienmitglieder! Es ist so toll, sich kennen zu lernen und miteinander zu kommunizieren. Dieses Gefühl zu wissen, dass man etwas geschafft hat wovon man immer träumte (nämlich den anderen Teil der Familie kennen zu lernen) ist unbeschreiblich. Für mich ist es eine Bestätigung, dass sich Dinge auch lohnen, wenn man ihnen genug Zeit gibt.

Meine Tante B. hat selbst seit ca. einem Jahr keinen Kontakt mehr zu ihren Eltern, dennoch bekam ich von ihr die Telefonnummer meiner Oma. Bis heute habe ich sie nicht angerufen. Ich weiß nicht warum. Ich habe ein sehr komisches Gefühl und habe Angst abgewiesen zu werden. Was soll ich denn sagen? Was ist, wenn sie mich – oder eher uns – abweist? Sie hat immerhin auch nicht auf meinen Brief geantwortet. Irgendwann werde ich sie anrufen, nicht jetzt, aber irgendwann in naher Zukunft. Ich bin gespannt was sie sagt und wie sie reagiert.

To Aunty B.:
If you are reading this (and I know you will), I would like to express my great thanks. You cannot imagine how happy I am that I found you! It’s nice to know that you’re there, even if we don’t know us personally. You gave me answers to the questions who otherwise could’t answer me. And now i would like to say: Thank you!
I hope to meet you personally soon! So I can show you, that you and your family are welcome.

Wenn ihr die ersten zwei Teile verpasst habt, klickt hier:
Zum Teil 1 dieser Reihe geht es hier: LIFE: von Verzweiflung und Glück… [Teil 1]
Zum Teil 2 dieser Reihe geht es hier: LIFE: von Verzweiflung und Glück… [Teil 2]
Zum Teil 3 dieser Reihe geht es hier: LIFE: von Verzweiflung und Glück… [Teil 3]
Zum Teil 4 dieser Reihe geht es hier: LIFE: von Verzweiflung und Glück… [Teil 4]

xoxo, L.

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LIFE: von Verzweiflung und Glück… [Teil 4]

Es vergingen wieder einige Tage und Wochen in denen ich einfach nur suchte. Ich suchte nach allen möglichen mir bekannten Namen und nach all den Daten die ich hatte. Ich wollte einfach nicht aufgeben. Nein, ich wollte einfach weiter suchen, egal wie lange ich dafür brauchte. Mich hatte der Ergeiz gepackt und so setzte ich die Suche erneut fort.

 Ich weiß nicht mehr wann genau es war, aber irgendwann hatte ich – mal wieder – nach Jemandem gesucht. Dieses Mal meine Tante B. Ich fand urplötzlich auf Anhieb passende Details – neue Details! Es gab Hinweise darauf, dass es meine Tante sein könnte. Laut Google war sie mit meiner Oma verwandt und das angegebene Geburtsdatum stimmte mit den Daten überein die ich von Tante B. hatte. Da aber weder eine e-Mail, noch eine Telefonnummer notiert war, googelte ich einfach weiter. Was kann ich schon verlieren? Jetzt suche ich schon gefühlte tausend Stunden, da kommt es auf eine weitere Stunde sicherlich nicht mehr an! Ich drückte einfach auf jede Internetseite, welche mir Google anzeigte und so stolperte ich auf eine Community auf der sogenannte „Quilter“ (deutsch: Stepper; to quilt: etwas steppen, z. B. eine Decke steppen) einen Account haben und ihre gesteppten Decken zeigen. Und ich sah ein Bild. Vermutlich von meiner Tante B.

. . ein Stückchen Erfolg . .

Mir sprangen ungefähr hunderte Fragen durch den Kopf a lá „Ist sie das?“ – „Könnte sie das sein?“ und dann gab ich wie ferngesteuert Tante B.’s Namen in Facebook ein – einfach nur mal um zu schauen, ob ich sie da eventuell auch finden könnte. Und tatsächlich: Sie war da! Das Bild – eins zu eins – genau das Gleiche! Der erste Gedanke der mir in den Sinn kam war „Ich muss ihr unbedingt schreiben. JETZT“. Und das tat ich natürlich. Also schrieb ich am 30.07.2015 folgendes:
„Hello B., my name is L. and i am 25 years old and from Germany.. i have a really important question to you. May you can help me? Thank you for answering…“
 Beim Absenden dieser Nachricht, war mir so schlecht wie noch nie. Ich hatte einfach so unglaubliche Angst wieder enttäuscht zu werden und gar keine Antwort zu bekommen. Da ich aber wusste, dass „fremde Leute“ auf Facebook keine Benachrichtigung bekommen, wenn man ihnen eine Mail schickt, bzw. die Nachricht im „Sonstigen“ Ordner landet, machte ich mir nicht allzu viele Hoffnungen. Was ich aber machte, war, ich schrieb jedem auf Tante B.’s Freundesliste, der den gleichen Nachnamen hatte wie sie und überprüfte täglich meine Mails bei Facebook. Aber es kam nie eine bei mir an…

Mittlerweile weiß ich, dass schöne Dinge immer dann geschehen, wenn man sie am wenigsten erwartet…


Es war Mittwoch der 02. September in diesem Jahr. Ich war gerade mit meiner besten Freundin in London und wir lagen in unseren Hotelbetten und schauten Fernseh. Ich bereitete gerade einen London-Blogpost für euch vor und surfte etwas auf Facebook rum, als ich eine Mail bekam: „Do we have the same grandparents?“ Mein Herz bebte, als ich sah, dass es Tante B.’s Sohn war der mir da schrieb. Ich erinnerte mich daran, dass ich ihm damals geschrieben hatte, dass ich nach meiner Oma und Verwandten suche und ich gesehen hatte, dass er Tante B. und Tante D. auf seiner Freundesliste hat. Ich schrieb sofort zurück „Maybe..“ Dann schrieb er „What is your grandmas name?“ Ich antwortete und meinem Gefühl und seiner Antworten zu folge, war er sehr erstaunt.Wir schrieben dann noch eine Weile und fanden raus, dass wir tatsächlich miteinander Verwandt sind.

Aber das Schönste dieser Geschichte geschah noch…

Teil 5 folgt…

Wenn ihr die ersten zwei Teile verpasst habt, klickt hier:

 Zum Teil 1 dieser Reihe geht es hier: LIFE: von Verzweiflung und Glück… [Teil 1]
Zum Teil 2 dieser Reihe geht es hier: LIFE: von Verzweiflung und Glück… [Teil 2]
Zum Teil 3 dieser Reihe geht es hier: LIFE: von Verzweiflung und Glück… [Teil 3] 

xoxo, L.

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LIFE: von Verzweiflung und Glück… [Teil 3]

Hello meine Lieben.. und nun ist auch Teil 3 meiner „von Verzweiflung und Glück…“-Reihe online.


Nun hatte ich also am Freitag, den 28.11.2014 den Brief bei der Post eingeworfen und wartete auf eine Rückmeldung. Den Brief selbst habe ich in englischer Sprache geschrieben. Wer weiß, ob meine Oma überhaupt noch deutsch sprechen kann. Vermutlich schon, aber dann doch nicht mehr so gut, da sie ja schon mehrere Jahrzehnte in Amerika wohnt. Deshalb war es mir wichtig, dass sie mich überhaupt versteht und somit schrieb ich alles in englisch. Ich schrieb, dass sie bitte nicht verwundert sein soll, dass sie einen Brief von einer „fremden Person“ bekommt, dass ich auf der Suche nach meiner Oma bin und ich denke, dass ich die richtige Adresse habe und sehr aufgeregt bin. Ich schrieb ihr, welche Informationen ich über sie habe und wie ich sie gefunden habe, wie es unserer Familie geht und was wir alle so machen, wie oft ich an sie denke und wie froh ich wäre, wenn sie sich zurück meldet. Doch leider meldete sich keiner. Kein Anruf, keine e-Mail, kein Brief.

. . neue Hoffnung schöpfen . .

Genau 20 Tage später – am 18.12.2014 kam ich nach einem echt doofen Arbeitstag nach Hause und öffnete ohne Erwartung den Briefkasten. Und da war tatsächlich etwas drin. Klein und rosa: der Rückschein meines Einschreibens des Briefes, welchen ich an meine Oma nach Amerika geschickt hatte. Ihr könnt euch nicht vorstellen wie unglaublich aufgeregt ich war! Ich bin in die Wohnung gerannt und hab mir dieses kleine Ding noch näher angeschaut, ich inspezierte jedes einzelne Wort und jeden einzelnen Buchstaben und dann sah ich sie: ihre (!!!!!) Unterschrift. Ja, es war ihre. Nur ihre und keine andere sonst. Wieso ich mir so sicher bin? Weil es ihr voller Name war und wenn man genau hinsah, konnte man leichte Wellen in den Buchstaben sehen – so wie wenn man beim Schreiben zittert. Und das war für mich ein Indiz dafür, dass es eine ältere Damen geschrieben haben musste. Ich spürte es einfach. Es ist ihre Unterschrift.

So kam also lt. Rückschein bei ihr der Brief am 09.12.2014 an – ca. 10 Tage nachdem ich ihn los schickte. Dann nochmal 10 Tage später kam der Rückschein des Briefes wieder zurück zu mir. Eine ganz schön lange Zeit. Aber ich hatte ja schon lange genug Geduld bewiesen und somit, hat mich das nicht so sehr gestört. Was mich aber wirklich sehr störte, ist, dass ich immer noch bis heute warte. Kein Anruf, keine e-Mail und kein Brief.. denn weder ein paar Tage später, noch ein paar Wochen oder Monate später kam irgendetwas. Kein Lebenszeichen. Nichts! Gar nichts! Null! Nada!

. . andere Wege gehen . .

Es kann jeden erdenklichen Grund haben, warum sie mir nie geschrieben hat. Ich weiß ihn nicht. Ich kann ihn mir nur denken. Ich weiß nicht warum, aber ich habe trotzdem noch weiter gesucht. Vielleicht finde ich ja doch irgendwo eine Telefonnummer oder so. Natürlich fand ich nichts. Nun fing ich langsam an, auf anderen Wegen weiter zu suchen. Ich suchte nun nicht mehr nach meiner Oma, sondern nach deren Kindern – somit die Halbgeschwister meines Vaters – somit meine Tanten und Onkels. Es gibt vier. Zwei Männer und zwei Frauen. Ich fing mit der Suche nach meinen Onkels an. Hier war die Wahrscheinlichkeit höher, dass ich sie schneller finden würde, als bei meinen Tanten – diese haben eventuell einen anderen Nachnamen, da sie eventuell geheiratet haben. Das könnte auch bei meinen Onkels so sein, aber das empfande ich eher als unwahrscheinlich.
Google war mein bester Freund zu der Zeit. Das ist er zwar immer noch, dennoch war unsere Beziehung damals einfach viel intensiver. Ich googelte die Namen meiner Onkels und fand einige mit dem gleichen Namen. Welcher sollte es denn sein? Ich weiß doch nicht einmal wo die jetzt wohnen, immerhin hatte ich ja nur die Adresse von meiner Oma. Dann bin ich wieder auf Whitepages.com gestoßen und fand einen interessanten Eintrag, in dem der Name meines Onkels und bei „Relatives“ (dt. Verwandte) der Name meiner Oma stand. Das war er! Von Glück überhäuft suchte ich weiter. Weitere Angaben? Fehlanzeige. Tatsächlich nur der Name und die Adresse, bei der er noch wohnen könnte. Noch einen Brief schreiben? Das würde mir zu lange dauern, deshalb suchte ich einfach weiter. Immer weiter und weiter und weiter..

Teil 4 folgt…

Wenn ihr die ersten zwei Teile verpasst habt, klickt hier:
LIFE: von Verzweiflung und Glück… [Teil 1]
LIFE: von Verzweiflung und Glück… [Teil 2]

xoxo, L.